Keine Lösungen gefunden


erstellt von Christopher Benz am 19.09.2020

Roberto Pinto fasste die ersten 90 Bundesliga-Minuten der neuen Saison offen und ehrlich zusammen: „Wir haben keine Lösungen gefunden“, sagte der U19-Trainer des Anpfiff ins Leben Partnerverein FC-Astoria Walldorf am Freitagabend nach der 0:1-Niederlagen gegen den SV Darmstadt 98 auf dem Sportgelände des SC 08 Reilingen.

Nach sechs Jahren Pause startete die U19 des FCA in ihre zweite Saison in der Junioren-Bundesliga. Die Mannschaft des ehemaligen Bundesliga-Profis sicherte sich vergangene Runde die Oberliga-Meisterschaft und durfte nach dem Abbruch in die Bundesliga aufsteigen. Dort ist das Ziel klar definiert, es soll der Klassenerhalt werden.

Der erste Schritt auf dem langen Weg dahin sollte am frühen Freitagabend gegen den SV Darmstadt 98 gemacht werden. Gespielt wurde in Reilingen, da in Walldorf das Waldstadion über das Wochenende nicht zur Verfügung stand und der Dietmar-Hopp-Sportpark von der Regionalliga-Elf sowie der U23, die in der Oberliga spielt, beansprucht wurde. „Reilingen ist unser Partnerverein, dort haben wir in der Vorbereitung schon häufiger gespielt“, sagte U19 Co-Trainer Tim Wagner dazu. Und die Rahmenbedingungen passten optimal für Bundesliga-Fußball. Die Verantwortlichen des SC 08 boten beste Voraussetzungen von der kulinarischen Versorgung für die rund 300 Zuschauer bis hin zu dem erstklassigen Naturrasen, auf dem beide Teams von der ersten Sekunde an eine hohe Intensität an den Tag legten.

Auf beiden Seiten war ein hohes Tempo zu beobachten, das verständlicherweise, zumal es das erste Punktspiel nach einer über halbjährigen Pause gewesen, einige Fehler provozierte. „Im Vergleich zum Freundschaftsspiel vor ein paar Wochen haben die Darmstädter heute mit einer Fünferkette gegen uns agiert“, erklärte Pinto und sah darin einen großen Vorteil für die Gäste nach deren Führung in der 39. Minute, „das hat ihnen verständlicherweise voll in die Karten gespielt.“

Ganz überraschend fiel das 0:1 durch Daniel Kasper, als Idjakovic das einzige Mal einen Schritt zu spät kam, nicht. Die Hessen konzentrierten sich auf eine kompakte Defensive, störten den Walldorfer Nachwuchs aber dennoch bereits in dessen eigener Hälfte beim Spielaufbau und provozierten auf diese Weise einige Ballverluste, die zu gefährlichen Situationen im FCA-Strafraum sorgten. Bei diesen zeigte sich Walldorfs Luis Idjakovic mehrmals aufmerksam und verhinderte manche Gelegenheit aufgrund seiner guten Strafraumbeherrschung während deren Entstehung.

„Im Endeffekt haben wir die erste Halbzeit komplett verschlafen, was Körpersprache und Mentalität betrifft“, zeigte sich Pinto sehr unzufrieden mit den ersten 45 Minuten, „und das sind die Attribute, die uns normalerweise ausmachen.“ Dass seine Jungs aufgrund der stattlichen Kulisse etwas nervös gewesen sind, glaubte er nicht, „wir haben sie darauf vorbereitet, das kam nicht überraschend.“

Im zweiten Abschnitt probierten es die Gastgeber ab und zu mit der Brechstange, da es gegen die kompakte Darmstädter Defensive kaum ein Durchkommen gab. Mehr als ein paar Halbchancen sprangen allerdings nicht heraus, spätestens ab 20 Meter vor dem Tor bauten die Gäste eine undurchdringliche Festung auf. Auf der Gegenseite ergaben sich zwangsläufig einige Konter, da die Walldorfer gegen Ende immer offensiver standen. Idjakovic übernahm dabei den Part des mitspielenden Torhüters und vereitelte in Libero-Manier die frühzeitige Entscheidung.

Getragen vom zahlreich mitgereisten und gegen Ende immer lauter werdenden Anhang brachten die Darmstädter ihre knappe Führung über die Zeit und freuten sich nach dem Abpfiff des tadellosen Unparteiischen über den ersten Dreier der noch jungen Saison.

Beim FCA hingen die Köpfe etwas, Pinto leistete sofort Aufbauarbeit und richtete den Blick nach vorne. „Natürlich ist die Enttäuschung im ersten Moment groß“, so der Coach, der auf die anstehenden Aufgaben verweist, „morgen sprechen wir die Fehler an, denn das ist immer wichtig und danach zählt auch schon der kommende Mittwoch.“ Dann gastieren die Blau-Weißen beim 1.CfR Pforzheim im Achtelfinale des badischen Pokals und nur zwei Tage darauf geht es beim Karlsruher SC um die nächsten Bundesliga-Punkte.

FC-Astoria Walldorf: Idjakovic – Karl, Unrath, Manske – Rastetter (82. Hagmaier), Schmidt (73. Laboard), Kücükzeybek, Simonis (56. Pagna) – Boziaris (63. Baltzer) – Noci, Nagelbach.

Schiedsrichter: Florian Stahl (Pirmasens). Zuschauer: 300. Tor: 0:1 Kasper (39.).


 

Sie haben keine Rechte um Kommentare einzutragen

Aktuell sind 44 Gäste und keine Mitglieder online

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.